Dienstag, 24. Juli 2007

Müssen Frauen schlank sein?

Nein, keine Sorge hier soll jetzt kein Manifest über die Figur von Frauen entstehen, sondern vielmehr möchte ich Euch ein Foto aus der Dreiflüssestadt Passau zeigen. Dieses Schild wirbt für ein Figurformungs- und Schlankheitsinstitut – aber nur für Damen. Sehr interessant. Darf ich als Mann nicht in dieses Institut? Überhaupt, was heißt Figurformungsinstitut? Fettabsaugen, Fettabschneiden, Hautransplantation, Brustvergrößerung? Konservatives Bayern…Frauen haben sich für das göttliche Geschöpf Mann herzurichten.
Irgendwie passt dieses Schild in eine Dokumentation über die neue Jeansgröße 0 in den USA, die ich vor wenigen Tagen gesehen habe. Immer mehr Frauen leiden unter dem Schlankheitswahn und versuchen sich in diese noch kleinere, ja schon Kindergröße reinzuzwängen. Was viele dieser Frauen nicht verstehen: Was gibt es Unattraktiveres als Frauen nur noch aus Knochen, bei denen man drei Mal hinsehen muss, ob es sich tatsächlich um eine Frau handelt. Solche „Figurformungsinstitute“ – was das auch bedeuten mag - unterstützen auf jeden Fall diesen Wahn.

Schild in Passau

In Vino Veritas

Was für ein Tag. Angefangen hat alles mit einer französischen Präsidentengattin, die aus PR-Sucht fast verhindert hätte, dass die bulgarischen Krankenschwestern nach Hause kommen. Dann gesteht ein 15-jähriger Niedersachse, dass er eine 3-fache Mutter ermordet hat. Zu guter Letzt schneit die traurige Nachricht herein, dass George Tabori gestorben ist. Ein guter Mensch auf dieser verrückten Erde weniger.

Aber für den absoluten Höhepunkt hat Alexander Winokurow (=Vino), Radprofi aus dem Astana-Rennstall, und zweimaliger Etappensieger bei der diesjährigen Tour de Doping - oder wie manche noch sagen: Tour de France - gesorgt. Ihm wurde nun Eigenblutdoping nachgewiesen. Die Konsequenz: Astana ist sofort von der Tour zurückgetreten und fährt gerade nach Hause. Auch der erste und zweite der Tour stehen genauso unter Dopingverdacht, so wie gut 50 Prozent des restlichen Fahrerlagers. Aber sonst ist alles okay.
Ich hoffe nun inständigst, dass auch dem kommendem Toursieger Doping nachgewiesen wird, denn nur dann hat der Radsport eine Chance das ganze zu überleben. Das Tal der Tränen ist leider noch nicht erreicht. Sichtlich verstehen immer noch viele Fahrer nicht, dass sie letztendlich ihre finanzielle Zukunft zerstören.
Ich trinke jetzt ein Glas Vino auf Vino. Er ist bestimmt unschuldig - ganz sicher. Ich schwöre es. Wirklich. Zu 1000 Prozent. Glaubt es mir doch endlich!

Österreichische Printmedien

Im STANDARD konnte ich letzte Woche die treffende Bezeichnung „Infoillustrierte“ für die österreichische Zeitschrift News lesen. Diese Bezeichnung bringt es auf den Punkt, genau in diese Kategorie gehört das am unteren Ende der Niveauskala angesiedelte Magazin.
Wobei, wenn ich wirklich ehrlich bin, dann steht es generell um die österreichische Printmedienlandschaft alles andere als gut. So titelt der Kurier in seinem Österreich-Teil vom 16. Juli „Die Richterin kommt ganz in Lila“ – es folgt ein wirklich grauenhafter Artikel über den beginnenden Bawag-Prozess. Interessiert es irgendjemanden wirklich, dass die Richterin mit einer lila Brille am ersten Prozesstag erscheint? Der Kurier verwandelt sich mit seiner Fülle an Bildern und nichts sagenden Berichten immer mehr zu einer „Zeitungsillustrierten“, wenn wir den vorigen Begriff ein wenig umwandeln. Vielleicht spielt da das Konkurrenzblatt mit dem klingenden Namen „Österreich“ eine gewisse Rolle. Vielleicht buhlen die beiden Zeitungen mittlerweile um das Erstellen der schlechtesten „Zeitung“.

Aber leider muss man auch den STANDARD gehörig kritisieren. Die Artikel erscheinen mir immer kürzer und es steht auch immer mehr belanglosen in den einzelnen Spalten. Ein Höhepunkt: Unter der Überschrift „Ganz kurz“ steht am 14./15.Juli: „+++ Tod im Wald Ein 61-jähriger Oberösterreicher brach am Donnerstag beim Pilzsammeln tot zusammen.“
So und nun frage ich Euch, was soll uns dieser Artikel sagen? Es stehen eigentlich null Infos in dieser Notiz. Zum Beispiel könnte man, wenn man diese Nachricht schon als veröffentlichungswürdig erachtet, eine Ortsangabe machen. Wo ist das passiert? So, wie diese Notiz verfasst wurde dient sie allein als Lückenfüller und ist einer Zeitung nicht würdig.
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